Neu-Hope Dairy, Indiana: „Mit Ida die Zahlen erreichen“

Alex Neuenschwander und sein Bruder Kip halten in Indiana rund 1000 Kühe. Alex ist der geborene Unternehmer und war einer der ersten, die mit Ida gearbeitet haben. Wie hat die Technik die Rentabilität des Betriebs gesteigert? Alex gibt Auskunft über die bemerkenswertesten Resultate.

Bei der Ankunft auf Neu-Hope in Bluffton (Indiana) fällt sofort der nagelneue Stall auf. Er wurde im November 2019 fertiggestellt und dadurch konnten Alex und Kip ihre Herde von 500 Tieren im Oktober 2019 auf fast 1100 Kühe erweitern. Mit der größeren Herde sind auch zusätzliche Ida-Sensoren angekommen, über die die neuen Tiere mit der Ida-Plattform verbunden sind.

Name: Alex Neuenschwander
Betrieb: Neu-Hope Dairy
Ort: Bluffton, Indiana, USA
Milchkühe: 1100 (900 in Milch)
Jungvieh: 537
Landfläche: 1000 Hektar mit Sojabohnen, Mais und Alfalfa
Start mit Ida: Q1 2018

Wichtigste Ergebnisse

  • Brunsterkennungsrate: + 20 %
  • Wartezeit: von 60 auf 80 Tage
  • Trächtigkeitsrate: + 6 %

Ida ist Teil der Beschlussfassung

„Wir haben vor fast zwei Jahren mit Ida angefangen. Unser Milchverarbeiter Danone wollte diese Technik gerne in der Praxis ausprobieren und sehen, welche Ergebnisse möglich waren. Wir waren unter den Glücklichen, die die Möglichkeit erhielten, die innovative Technologie an unseren Milchkühen zu testen. Wir haben sofort zugestimmt“, berichtet Alex. Ida ist ein digitaler Assistent für Milchviehhalter, der mit einem Halssensor, Cloud Computing und maschinellem Lernen arbeitet. Dank Ida erhält der Landwirt über eine benutzerfreundliche mobile App genaue und verwertbare Informationen über die Fruchtbarkeit, die Gesundheit und betriebliche Angelegenheiten. Zwar waren die Technologie für Alex neu und seine Erwartungen nicht gerade hoch, aber Ida wurde schon bald ein fester Bestandteil der täglichen Beschlussfassung und seitdem wurden erhebliche Verbesserungen bei der Leistung der Tiere und der Betriebsrentabilität erzielt.

 „Mit Ida ist unsere Brunsterkennungsrate um 20 % gestiegen und ich kann Kühe mit Ketose und Stoffwechselproblemen schneller erkennen“

Höhere Trächtigkeitsrate

„Die Brunsterkennung von Ida funktioniert hervorragend“, sagt Alex. Er verzichtete daher darauf, die Schwänze der brünstigen Kühe, wie in den USA üblich, farblich zu markieren. Alex berichtet weiter: „Mit Ida können brünstige Kühe viel schneller und genauer erfasst werden. Die Erkennungsrate liegt jetzt bei über 60 %. 2018 waren es nur 80 %. Dadurch sind auch die Trächtigkeitsrate und damit die Rentabilität des Betriebs gestiegen. Auch Umrauscher und nicht-zyklische Kühe können viel schneller erfasst werden. Manchmal befinden sich darunter auch Tiere, die ich noch für zu jung halte. Dann teile ich das Ida einfach in der App mit. Ida lernt durch mein Feedback und dadurch werden die Informationen von Mal zu Mal besser. Wirklich ein cleveres System!“

Einige Tools verschwinden

Dank Ida konnte Alex auf Neu-Hope außerdem die freiwillige Wartezeit für frische Kühe verlängern. „Ich warte jetzt mindestens, bis sie 80 Tage in Milch sind, nicht mehr 60 Tage wie vorher. Wenn die Kühe nach dem Kalben etwas mehr Zeit bekommen, erholen sie sich besser und die Gefahr einer Mastitis nimmt ab. Bei einer Produktion von rund 12 870 kg pro Kuh und Jahr (knapp 40 kg pro Tag) war es unser Ziel, den Anteil an Festbestandteilen in der Milch zu erhöhen. Dank Ida können wir uns jetzt den Luxus leisten, vor dem Besamungsprozess etwas länger zu warten“, erklärt Alex.

Zukunftsfähig

Auch die Gesundheitsinformationen von Ida weiß Alex zu schätzen. „Vor allem Verdauungsprobleme werden von Ida schnell erkannt, etwa anhand eines plötzlichen Rückgangs bei der Wiederkäudauer. So kann ich schnell reagieren und dafür sorgen, dass Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere auf einem möglichst hohen Level bleiben. Und genau darum geht es, auch in Zukunft“, ist Alex überzeugt. Milchviehhaltern in den USA stehen nach wie vor zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung, u. a. Synchronisationsprotokolle und bestimmte Antibiotika. Einige davon werden abnehmen oder ganz verschwinden und der Fokus wird sich z. B. auf das Tierwohl und die Bodengesundheit verlagern. Dazu Alex: „Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen wie viele Milchviehhalter außerhalb der USA. Deshalb haben wir für unsere Kühe die neue 5-Sterne-Anlage gebaut und wir sind davon überzeugt, dass Ida einen Mehrwert für unser allgemeines Management liefert und uns hilft, den Betrieb zukunftsfähig zu machen.“

 

„Auch der Tierarzt und der Futterberater nutzen die Informationen von Ida, etwa zur Wiederkäudauer“  

Zahlen erreichen

Neben Alex verwenden auch Herdenmanager und sein Assistent Ida täglich. Die Informationen werden auch für Gespräche mit dem Futterberater genutzt und Alex erstellt für diesen monatlich eine Übersicht mit den Wiederkäuzeiten und weiteren relevanten Daten. „Wir sehen, dass unsere Mitarbeiter von Ida wirklich begeistert sind, weil sie genaue Informationen erhalten. Auch der Tierarzt und der Futterberater sind von den Informationen aus Ida sehr angetan. Und vernünftige Informationen kommen natürlich auch dem Output und dem Spaßfaktor bei der Arbeit zugute.“ Alex merkt an, dass auch der neue Stall zur Zunahme bei der Gesamtleistung in den vergangenen Monaten beigetragen hat. Dort sind die Kühe zentraler untergebracht, was einen besseren Gesamtüberblick über die Herde ermöglicht. „Ich sehe mir die Kühe immer noch gern selbst an und gehe jeden Tag durch die Buchten, aber mit Ida ist das Leben viel leichter geworden. Wenn man die Ida-App am Morgen öffnet, weiß man sofort, wie der Status der Herde ist und welche Aufgaben Priorität haben. Unsere Finanzplanung ist wirklich knapp und wir wollen unsere Zahlen erreichen.“

Ruhe im Betrieb: glückliche Kühe

„Beim Streben, immer besser zu werden und den Betrieb weiter zu optimieren, sind Daten kontinuierlich ein wichtiger Faktor. Aber die Ergebnisse, die wir seit der Einführung von Ida im Betrieb erzielen, sprechen schon für sich“, meint Alex zum Schluss. Beim abschließenden Rundgang durch den neuen Stall fällt neben der beeindruckenden Größe vor allem eines auf: die extreme Ruhe. Immerhin befinden sich dort 9000 Kühe am selben Ort, und man hört fast nichts. Alle Tiere käuen wieder, liegen auf dem Boden oder ruhen sich in ihren Laufställen aus – ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie sich wohl fühlen und gesund sind.